
Aufgabenbereiche der wissenschaftlichen Begleitung
Entwicklung/Anpassung eines geeigneten Assessmentinstrumentes Im Projekt EDe wird erstmalig in großem Rahmen das Assessmentinstrument BIZA-D (Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung bei Demenz) eingesetzt. Es wurde im Rahmen des BMFSFJ- geförderten LEANDER- Projektes 2001- 2006 von Prof. Dr. Susanne Zank und Dr. Claudia Schacke an der Freien Universität Berlin entwickelt. Das BIZA-D ist speziell auf die Zielgruppe der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz ausgerichtet und wurde mit dem Ziel konstruiert, Beratungsbedarf zu identifizieren und bedarfsgerechte Interventionen zu entwickeln. Das BIZA-D wurde vom dip unter Beibehaltung der wissenschaftlichen Gütekriterien an Projekterfordernisse angepasst und in eine EDV- Version überführt. Für den Einsatz im Projekt wurde es auf den Laptops von neun GesundheitsberaterInnen installiert, die damit die Belastungssituation der pflegenden Angehörigen in der häuslichen Umgebung erheben.
Entwicklung eines geeigneten Beratungskonzeptes
Das Beratungskonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Renate Zwicker- Pelzer, Dekanin des Fachbereichs Gesundheitswesen an der Katholischen Fachhochschule NW in Köln und Vorstandmitglied der Deutschen Gesellschaft für Beratung e.V. (DGfB) entwickelt.
Die GesundheitsberaterInnen im Projekt EDe arbeiten auf der Grundlage eines systemisch- lösungsorientierten Beratungsansatzes. Dieser trägt sowohl den Bedürfnissen und Bedingungen der pflegenden Angehörigen Rechnung, als auch einer Begrenzung zeitlicher Ressourcen für die Beratung.
Zum Beratungskonzept gehören außerdem wöchentlich stattfindende Fallkonferenzen, in denen sich die GesundheitsberaterInnen gegenseitig unterstützen.
Entlastungsprogramm
Dem im Projekt entwickelten Entlastungsprogramm liegen die Leistungen der Pflegeversicherung, sowie die regionalen Entlastungsangebote für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu Grunde. Beides wird mit dem Beratungskonzept verknüpft und soll so auf Grundlage der Assessmentergebnisse die individuellen Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen berücksichtigen und die Inanspruchnahme gezielter Unterstützungsleistungen fördern.
Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Qualifizierungskonzeptes für die GesundheitsberaterInnen im Projekt EDe
Das Qualifizierungskonzept orientiert sich inhaltlich an den Voraussetzungen, die für eine effektive präventive Arbeit im Gesundheitswesen notwendig sind (vgl. Ströbel, Weidner, Ansätze zur Pflegeprävention). Es orientiert sich didaktisch im Wesentlichen am Prinzip der Handlungsorientierung, was berufspädagogischen Zielsetzungen entspricht. Zudem ist es anschlussfähig an die Richtlinien der DGCC zur Weiterbildung von Case- Managern im Gesundheits- und Sozialwesen.
Für das Projekt wurde ein Rahmen von zwei Wochen grundlegender Schulungszeit zu Beginn der Feldphase festgelegt. Eventuell darüber hinaus gehendem Schulungsbedarf wird im Prozess Rechnung getragen. Ein Coaching der GesundheitsberaterInnen durch die wissenschaftliche Begleitung und die Projektkoordinatorinnen, sowie eine regelmäßige Reflexion in den Fallkonferenzen sind ebenfalls Bestandteile des Qualifizierungskonzeptes.
Optimierung des Konzeptes für die Pflegekurse der Region Minden- Lübbecke
Pflegekurse und häusliche Schulungen gehören zu den Interventionen im Entlastungsprogramm des Projekts EDe.
Ausgehend von dem in der Region angewendeten Curriculum "Hilfe zum Helfen" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V wird auf der Grundlage der Studienergebnisse des dip "Pflegekurse im Blickpunkt" ein Kurskonzept entwickelt. Die bisherigen Erfahrungen der Kursleiter werden in die Konzeptentwicklung einbezogen und die Umsetzung begleitet.
Das strukturierte Einbinden der häuslichen Schulungen in das Konzept ist ebenfalls Bestandteil des Projekts.
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