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Wenn viele an einem Strang ziehen, findet sich ein Weg

Herr und Frau W. sind seit über 50 Jahren verheiratet.
Sie haben fünf Kinder großgezogen und eine große Landwirtschaft geführt. Heute leben sie zusammen direkt neben dem landwirtschaftlichen Betrieb in einem kleinen Heuerlingshaus mit einem hübschen Garten. Bis Frau W. an einer Demenz erkrankte, reisten beide sehr gerne und flogen unter anderem mehrere Male in die USA, um dort alte Freunde zu besuchen. Alle Dinge, die Frau W. früher gut konnte, kann sie heute krankheitsbedingt nicht mehr. Kann es denn wahr sein, dass sie nicht mehr für das Mittagessenkochen zuständig ist? Kann es denn wahr sein, dass ihr eine gute Fee beim Duschen behilflich sein muss? Über diese und andere Themen gab und gibt es immer wieder sorgenvolle Gespräche in der Familie W.
Aller Anfang war schwer
und Herr W. schildert rückblickend: "Ich war bis zu diesem Zeitpunkt der Ansicht, dass ich alleine mit der Erkrankung meiner Frau klarkomme".
Im Juni 2004 meldete sich die Schwiegertochter von Frau W. über das Infotelefon Demenz. Im Anschluss trafen sich Sohn und Schwiegertochter mit dem Demenzfachberater zum Erstgespräch und informierten sich über mögliche Hilfestellungen für Frau W. und Entlastungsmöglichkeiten für ihren Ehemann. Fast ein Jahr später, im April 2005, kommt es durch die Vermittlung der Schwiegertochter zu einem ersten Gespräch mit Herrn W.
Last auf viele Schultern verteilen
"Ich konnte meine Frau damals gar nicht mehr alleine lassen. Ihre Krankheit gab mir jeden Tag neue Rätsel auf."
Anfang 2006 bekam Herr W. Unterstützung und Entlastung durch eine Haushälterin. Herr W. und die Haushälterin nahmen gemeinsam an der Kursreihe "Mit Altersverwirrtheit umgehen" in Lübbecke teil, um die Demenzerkrankung von Frau W. besser zu verstehen und im alltäglichen Umgang Sicherheit zu erlernen. Gleichzeitig begann die Haushälterin die Ausbildung zur freiwilligen Gesellschafterin.
Im Mai 2006 ging Frau W. erstmals in die Tagespflege, anfänglich mit kleinen Schwierigkeiten, die aber mit der dauerhaften Nutzung des Entlastungs- angebots immer mehr verschwanden.
Wenn Herr W. nicht an der Seite seiner Frau sein kann (Urlaub, Krankenhaus, Zeit für seine Hobbies), hat es sich inzwischen eingespielt, dass andere seine Rolle übernehmen. Was ihn immer noch quält: Die Uneinsichtigkeit seiner Frau in so vielen Fragen.
Wie das Entlastungsprogramm bei Demenz einen Schritt weiterhilft: Gesundheitsberater Ewald Kruse in der Familie
"Zu Beginn der Erkrankung meiner Frau
war ich optimistisch, dass ich alles alleine schaffen kann. Heute sehe
ich das deutlich realistischer: Es wäre alleine nicht zu schaffen
gewesen."
Seit Oktober 2007 wird Familie W. von dem Gesundheitsberater Ewald
Kruse im Rahmen von EDe begleitet. Zeitliche Freiräume zu haben, ist
für Herrn W. ganz wichtig. Die Teilnahme an EDe schätzt er wegen dem
flexibleren Einsatz von Pflegeversicherungsleistungen zu seiner
Entlastung.

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