
EDe II- Projektbeschreibung
Dieses Projekt schließt methodisch und inhaltlich
weitestgehend an das bereits durchgeführte „Entlastungsprogramm bei Demenz I (EDe I)“ an. Während sich EDe
I an 320 Familien mit demenzerkrankten Familienmitgliedern der Pflegestufen 1-3
richtete, können bei EDe II ca. 100
Familien von gesetzlich versicherten Demenzerkrankten teilnehmen, die eine
Pflegestufe 0 bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz aufweisen. Die Zeitplanung für die Durchführung des Modellvorhabens
sieht wie folgt aus:
01.02.2009
- 30.09.2009 Vorbereitung und Akquisition
der Teilnehmer
01.10.2009
- 30.06.2011 Feldphase mit Begleitung der
eingeschriebenen
Familien, Fortführung
der Akquisition bis 31.10.2010
01.07.2011
- 30.09.2011 Auswertung und Vorstellung
der Ergebnisse
Als Hauptkooperationspartner konnte wieder das Netzwerk
Ambulanter Dienste – NADel e.V. gewonnen werden. Sechs bereits in EDe I eingesetzte und geschulte Gesundheitsberaterinnen
werden auch die Modellumsetzung EDe
II begleiten. Sie werden auf ihre Aufgabe, die Beratungsbesuche für diese
veränderte Zielgruppe durchzuführen, speziell geschult. Praxisbegleitend
finden Fallkonferenzen statt, die die Beraterinnen bei ihrer Aufgabe
unterstützen. Zudem soll die vorliegende Angebotsstruktur für die Zielgruppe
weiterentwickelt werden.
Im Projektzeitraum der Feldphase soll jede Gesundheitsberaterin
mindestens 16 teilnehmende Familien bis zu sechsmal besuchen und schulen können,
so dass eine Gesamtzahl von ca. 600 Einzelbesuchen in die Evaluation des Modellvorhabens
einfließen kann. Außerdem werden die Gesundheits- beraterinnen, wie auch schon in
EDe I, in die Durchführung der Pflegekurse
eingebunden, um dem als Erfolgsfaktor gewerteten Beziehungsaspekt zwischen
Professionellen und Laien gerecht werden zu können.
Die Einschreibung ins Modellprogramm erfolgt über die Gesundheits- beraterinnen.
Die Akquisition der Familien soll sich speisen aus:
- den Patienten der am Projekt teilnehmenden Hausärzte und
Neurologen
- den Klienten der Demenz- und Pflegeberatungsstellen
- den Patienten der teilnehmenden Krankenhäuser
- allgemein den Versicherten der örtlichen Pflegekassen
- der Beratungstätigkeit des Medizinischen Dienstes und
- den Beratungs- und Pflegekontakten der beteiligten
ambulanten Dienste von
NADel e.V.
- sowie der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit.
Ab Oktober 2009 wird den teilnehmenden Familien eine
persönliche Gesundheitsberaterin fest zugeordnet. Im ersten Beratungsbesuch
(und bei Bedarf auch in der Folge) kommt ein multidimensionales Assessmentverfahren
zur Anwendung, das im Rahmen von EDe
I optimiert worden ist. Nach Auswertung des Assessments wird mit den Familien
ein präventiv ausgerichtetes Entlastungsprogramm entworfen. Im Gegensatz zu dem
Entlastungsprogramm EDe I werden im
Beratungs- und Entlastungsprozess die an Demenz erkrankten Menschen stärker eingebunden.
Dies resultiert aus dem partizipativen und ressourcenorientierten Ansatz, der
unter anderem in der Beratung den Fokus auf die Krankheitsbewältigung des
Menschen mit Demenz legt.
Das in EDe I neu
entwickelte Pflegekurscurriculum soll um zwei zusätzliche, den speziellen
Bedürfnissen der Zielgruppe angepasste Schulungsmodule erweitert werden. Die
Pflegekurse werden vom Antragsteller in Zusammenarbeit und unter Einbezug der
Gesundheitsberaterinnen auf der Grundlage der optimierten Konzepte durchgeführt.
Zum Ende der Feldphase im Frühling 2011 wird dann erneut das
Assessment zum Einsatz gebracht, um die Wirksamkeit der Intervention erfassen
zu können. Die Endauswertung wird durch weitere Evaluationsschritte ergänzt.
Die wissenschaftliche Begleitung hat wiederum das Deutsche
Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) unter der Leitung von Prof. Dr.
Frank Weidner übernommen.
Es hat im Wesentlichen die Aufgabe, die grundlegenden Konzepte
gemeinsam mit der Projektkoordination zu entwickeln und die Umsetzung
vorzubereiten und zu begleiten. Auch die Fallkonferenzen werden von der
wissenschaftlichen Seite begleitet, dokumentiert und ausgewertet. Die Beratungsdokumentationen
werden hinsichtlich der Problemschwerpunkte und der erarbeiteten Ansätze
ausgewertet. Es handelt sich um ein Entwicklungsprojekt mit Aktions- forschungscharakter.
Hauptziele sind die Befähigung der Beteiligten und die
Entwicklung eines praktikablen und erfolgreichen geschlossenen Konzeptes zur
pflegepräventiven Begleitung von Familien mit einem demenzerkrankten
Angehörigen unter optimierter Nutzung von SGB-XI-Leistungen.
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